aktuelle Beobachtungen am Wieblinger Altneckar

23. Januar 2022

Schwanzmeisen unterhalb des Wehrstegs

Im Winter ziehen die Schwanzmeisen, die in nördlichen Regionen Europas brüten, nach Deutschland und sind u.a. in Bäumen und Sträuchern am Altneckar zu beobachten.

Die kleinen Meisen mit dem auffällig langen Schwanz, der mindestens die Hälfte ihrer Körpergröße einnimmt, lassen sich schwer fotografieren, denn sie fast immer in Bewegung  Im Winter sind sie in kleinen familiären Gruppen unterwegs.  

Bau der Flachwasserzone am Wieblinger AltneckarStand Januar 2022

Seit Jahren wird an der Sicherung des Wieblinger Wehrs gebaut. Für das Naturschutzgebiet direkt unterhalb der Wehranlage bedeutet dies erhebliche Belastungen. Als Ausgleich für den Verlust von Lebensraum an der Baustelle wird seit Januar 2021 in Wieblingen eine Flachwasserzone gebaut. Naturschützer*innen konnten u.a. durchsetzen, dass die in diesem Bereich noch vorhandene Schilfzone erhalten blieb. Sie ist Lebensraum für Teichrohrsänger und andere Röhrichtbewohner.

Die inzwischen geteerte Baustraße, die Fällung großer, gesunder Bäume und weiterer Gehölze mitten im Sommer waren allerdings nicht abgesprochen. Diese massiven Eingriffen belasten die geschützte Natur und machen erneut Ausgleichsmaßnahmen nötig usw..  

Inzwischen wurden junge Nussbäume und Schwarzpappeln am Ufer der neuen Flachwaserzone gepflanzt. Zum Glück kehrten Gänsesäger, Reiher-,Tafel- Berg- und Schnatterenten usw. trotz der Baumaßnahmen den Altneckars zurück, um dort auch dieses Jahr den Winter zu verbringen.

13. Dezember 2021

einträchtig sitzen/ stehen diese Wasservögel im flachen Neckarwasser: Kormorane, die sich das ganze Jahr über im Gebiet des Altneckars Wieblingen aufhalten, und der Gänsesäger, ein Wintergast aus Nordeuropa

03. Dezember 2021

In dieser Woche konnte am Wieblinger Altneckar in der Nähe der Bushaltestelle Ludwig-Gutmann-Straße ein seltener Gast beobachtet werden: ein Merlin

Der Merlin ist die kleinste europäische Falkenart. Sein wissenschaftlicher Name „Falco columbarius“ bedeutet so viel wie „taubenartiger Falke“. Sein Beiname ist äußerst passend, da er im Flug greifvogeluntypisch eher wie eine Taube wirkt, noch dazu eine eher zierliche Taube.

In unserer Region kann man ihn bisweilen als Wintergast oder als Durchzügler beobachten. Seine Brutgebiete liegen im Norden Skandinaviens und Russlands sowie auf den Britischen Inseln.

28. November 2021

Trotz Baustelle konnten – zumindest am 1.Advent-Sonntag – auch wieder Gänsesäger beobachtet werden.

2 Gänsesäger (Männchen) Foto: Buyer

13. November 2021

Inzwischen sind auch Schnatterenten auf dem Wieblinger Altneckar angekommen:

Schnatterenten Foto:Buyer

12. November 2021

Die ersten Wintergästes sind am Altneckar angekommen:

Reiherenten. Die kleinen, kompakt gebauten Tauch-Enten kommen im Winter aus Nordeuropa zu uns an Gewässer, die nicht zufrieren. Auffällig ist bei beiden Geschlechtern das leuchtend gelbe Auge. Die Männchen haben am Hinterkopf einen langen, herabhängenden Schopf.                                                                                                                          

Reiherenten: Männchen (oben), Weibchen (unten im Bild) Foto: U.Kaboth

09. November 2021

„small is beautiful“

Wintergoldhähngchen (Foto: Schrempp)

Um diese Jahreszeit ist das Wintergoldhähnchen auch am Altneckar wieder gut zu beobachten. Mit seinem gelben Scheitel kann man es im kahlen Geäst der Auenbäume leichter entdecken als im Sommer. Wintergoldhähnchen sind noch kleiner als Zaunkönige, sie sind die kleinsten (8-10cm) und leichtesten Vögel Europas.

09. Oktober 2021

Wieblinger Altneckar im Oktober

09. Oktober 2021

Nutria im Wieblinger Altneckar

Der Biber ist nicht das einzige große Nagetier, das am und im Wieblinger Altneckar zuhause ist. Auch Nutrias leben hier und können tagsüber beobachtet werden.  

Die Heimat dieser Tiere sind Flüsse und Seen in Südamerika (südliches Brasilien bis Feuernland).

Im 18. Jahrhunderts wurden Nutrias als Pelztiere nach Europa eingeführt. Sie entflohen dann z.T. aus den Pelzfarmen oder wurden gezielt ausgewildert. Stabile Populationen gibt es in Deutschland seit etwa 1930.

Ein erwachsenes Tier erreicht eine Körperlänge von bis zu 65 cm und wiegt 8–10 kg. Ihr runder, schuppenbedeckter, kaum behaarter Schwanz hat eine Länge von etwa 30–45 cm. Durch den Schwanz unterscheidet er sich deutlich vom Biber, der einen breit abgeplatteten Schwanz hat („Kelle“).

Im Gegensatz zu Bibern haben Nutrias deutlich sichtbare Ohren und weiße Barthaare, ihr Rücken ist beim meistens Schwimmen sichtbar, bei Bibern nicht.

07. September 2021

große Pechlibelle, Weibchen

Bis Ende September, z.T. auch bis Anfang Oktober können verschiedenste Libellenarten noch am Neckarufer beobachtet werden. Die erwachsenen Tiere ernähren sich von Kleininsekten, u.a. von Blattläusen. Auch die Larven leben räuberisch und ernähren sich von im Wasser lebenden Insektenlarven und von kleinen Krebsen. Libellen halten während ihrer bis zu 7 Jahren andauernden Entwicklungszeit eine Menge lästiger Mücken, auch Stechmücken  von uns fern und sind schon allein deshalb schützenswerte Geschöpfe.

06. Juni 2021

Der junge Eisvogel an der Mauer vor dem kleinen Wasserkraftwerk am Neckarhamm wartet darauf, von einem Altvogel gefüttert zu werden.  

05. Juni 2021

Nun können am Wieblinger Altneckar wieder Libellen beobachtet werden:

So z.B. die Adonis-Libelle

und die  gebänderte Prachtlibelle,

deren Weibchen ganz unscheinbar grün gefärbt sind und deren Flügel keine ohne Querbinden haben, wie die Männchen, deren Bild auf dieser Seite am unter dem Datum 29.Mai 2020 zu finden sind.  (Fotos: Buyer)

11. Mai 2021

Die Mauersegler sind wieder da!

Anfang Mai kamen die ersten Mauersegler von ihrem Winterquartier in Afrika zurück nach Heidenberg – inzwischen sind wieder überall ihre schrillen Rufe ( „sriih“ ) zu hören, besonders an warmen Abenden.

Selten sieht man diese ausgesprochenen Flugkünstler am Boden, denn sie verbringen einen Großteil ihres Lebens in der Luft. Nur zum Brüten und zur Aufzucht der Jungen landen auch die Mauersegler.

Mauersegler erkennt man an ihren schmalen, sichelförmigen Flügeln und dem langen Gleitflug.

Mauersegler ernähren sich ausschließlich von im Flug gefangenen Insekten, wie sie in den warmen Monaten am und über dem Neckar häufig sind.

09. Mai 2021: Meerneunauge – ein Blick unter die Wasseroberfläche:

Meerneunauge, beobachtet am 9.5. 2021 an der Fischaufstiegsanlage Ladenburg, Foto: Claus Neuer

Fische können im Neckar von Spaziergängern und Naturfreunden nur selten gesehen oder gar bestimmt werden, es sei denn an einer der wenigen Fischtreppen im Unteren Neckar. Doch am 9. Mai diesen Jahres konnte u.a. Claus Neuer, Referent für Umwelt-, Tier- und Naturschutz beim Badischen Sportfischerverband e. V. an der Fischaufstiegsanlage Ladenburg mal wieder ein ausgewachsenes Meerneunauge beobachten, das zum Laichen den Neckar stromaufwärts unterwegs war. Die letzte Sichtung dieser seltenen Tiere war 2019.

Meerneunaugen sind eine zoologische Rarität:

Sie sind „lebende Fossilien“ und haben sich in den letzten 500 Millionen Jahren kaum verändert. Wissenschaftlich betrachtet sind Meerneunaugen keine Fische, sondern sog. Rundmäuler. Sie haben eine aalähnliche Körperform, sind 70-90 cm lang, haben ein rundes Maul ohne Kiefer und keine Schuppen. Sieben Kiemenöffnungen bilden zusammen mit dem Auge und dem Nasenloch neun Öffnungen, die dem Tier den Namen Neunauge einbrachten.

Meerneunauge Foto: Claus Neuer

Die erwachsenen Meerneunaugen leben in Nord- und Ostsee und schwimmen, wenn sie geschlechtsreif werden, zur Fortpflanzung flussaufwärts. Sie laichen in sandigen bis kiesigen Gewässerabschnitten mit mittel-starker Strömung. Der Wieblinger Altneckar und seine Unterwasservegetation bieten an mehreren Stellen geeignete Laichplätze für diese bedrohten Tiere. Wir hoffen, dass am 9. Mai fotografierte Neunauge einen Partner findet,  sich erfolgreich vermehren kann und seine Nachkommen zurück zum Atlantik finden. Leider wird es wohl nicht über Wieblingen hinaus flussaufwärts schwimmen können, da geeigneteFischaufstiegsanlagen fehlen. Deshalb ist es wichtig, dass das Laichgebiet dieser europaweit geschützten Art im WieblingerAltneckar erhalten bleibt und nicht durch das Einrammen von Brückenpfeilern und weiteren Baumaßnahmen zerstört wird. Das Meerneunauge gehört zu jenen bedrohten Arten, die am Ende des letzten Jahrhunderts zum europäischen Schutz dieses Neckarabschnitts, zu seiner Ausweisung als FFH-Gebiet geführt haben.

Was versteht man unter einem FFH-Gebiet? 

Die FFH-Richtlinie (FFH=Flora-Fauna-Habitat), 1992 beschlossen, verpflichtet die EU-Mitgliedstaaten zum länderübergreifenden Schutz wildlebender Pflanzen und Tiere sowie ihrer natürlichen Lebensräume, die alssogenannte FFH-Gebiete ausgewiesen sind. Diese gehören zu einem europaweiten Netzwerk der wertvollsten Naturschätze – Natura 2000 genannt –, das sich von den Atlantikküsten über die Alpen bis zum Schwarzen Meer erstreckt.

Zu diesen FFH-Gebieten gehört der Wieblinger Altneckar. In ihm leben u.a. mehrere europaweit sehr seltene und vom Aussterben bedrohte Fischarten, deren Lebensraum in den letzten Jahren immer seltener wurde: z.B. das Meerneunauge.

21. April 2021

Seit dieser Woche sind die ersten Nachtigallenrufe – u.a. am Wieblinger Altneckar – zu hören.

singende Nachtigall Foto: Manfred Eimers

Es sind die Männchen, die früher aus Afrika zurückkommen, um mit ihrem Gesang, ein Weibchen in ihr Revier zu locken – mit einer wahren Flirt-Arie, die hauptsächlich des Nachts zu hören ist.

15. April 2021

Am Wieblinger Kraftwerkskanal sind nun wieder Gebirgsstelzen zu beobachten

Gebirgsstelze beim kleinen Kraftwerk in Wieblingen

05. April 2021

Die Mehlschwalben sind zurück.

Mehlschwalbe beim Nestbau in Wieblingen
Oberseite und Flügel der Mehlschwalbe sind schwarz, die Unterseite leuchtend weiß.

Ihr schwatzendes Zwitschern ist wieder zu hören.

Sie bauen ihr kugelförmiges Nest wird aus feuchten Lehm- oder Erdklümpchen, die sie   an Gewässerufern, Pfützen aufnehmen. Innen wird das Nest mit Halmen, Federn und ähnlichem weichen Material gepolstert. Der Nestbau nimmt 10 bis 14 Tage in Anspruch.   Mehlschwalben sind Koloniebrüter und bauen ihre Nester oft sehr so nahe nebeneinander. Besonders schön kann man dies an der Theodor-Heuß-Brücke in Heidelberg sehen, unter der seit einigen Jahren eine Schwalbenkolonie ihr Sommerquartier hat.

Die Mehlschwalben sind zurück und ihr schwatzendes Zwitschern oder Leiern ist wieder zu hören.

10. März 2021

Baumpflanzungen im Landschaftsschutzgebiet am Wieblinger Altneckar

In Heidelberg, auch in Wieblingen, mussten in den letzten Monaten viele Bäume neuen Bauvorhaben weichen – trotz heftiger Proteste der Anwohner. Die Heidelberger Baumschutzsatzung, das Stadtklimagutachten oder gar der Klimaschutz-Aktionsplan der Stadt konnten dies nicht verhindern. Wieblinger Bürger*innen beschlossen deshalb, – zusammen mit der BUND-Ortsgruppe Heidelberg-Wieblingen – selbst aktiv zu werden und spendeten dem Landschaftsschutzgebiet am Wieblinger Altneckar und damit der Stadt Heidelberg zwei Bäume, die für die Auenlandschaft typisch sind: eine Esche und eine Stieleiche. Sie wurden am Fußweg am Wieblinger Altneckar unterhalb des Kompostwerkes gepflanzt.

Mitarbeiter*innen des Landschaftsamtes zusammen mit Herrn Hauer bei der Pflanzung der Esche

Die von Herrn Hauer gespendete Esche ergänzt die acht Eschen, die die BUND-Gruppe bereits 2004 an diesem Weg gepflanzt hatte. Sie sind in den letzten 17 Jahren gut gewachsen und gesund – und kämpfen sie wie alle Bäume im Stadtgebiet – erfolgreicher als viele Politiker – gegen Klimawandel und Luftverschmutzung.

Der Dank der Wieblinger Naturschützer*innen gilt dem Landschaftsamt für seine Unterstützung bei dieser Aktion.

07. März 2021

Die Wintergäste auf dem Altneckar Heidelberg-Wielbingen haben ihre Heimreise angetreten, so dass im Moment weniger Enten zu beobachten sind, bevor demnächst die Zugvögel zurückkommen

03. März 2021

Dammbruch

Am 14. Februar 2021 brach der Damm zwischen dem Wieblinger Mühlenkanal und dem Altneckar. Das Wasser fließt nun mit großer Wucht vom Mühlenkanal in den etwas tiefer liegenden Altneckar. Der Durchbruch wurde in den letzten Wochen immer deutlich größer.    

Das hat zur Folge, dass im Mühlenkanal nur noch wenig Wasser ist, und sich Fische und Muscheln  – in großer Menge – in einem tiefen Becken unter den Häusern dort ansammeln und manche dort sterben. Im  kleinen Helmreich-Kraftwerk fließt das Wasser derzeit durch und es kann kein Strom erzeugt werden.

Dammdurchbruch am Wielibnger Altneckar, 20.02.2021

Seit März wird er Bruch repariert, so dass die Hoffnung besteht, dass Mühlenkanal und Altneckar wieder getrennt fließen und der Wasserstand wieder seine normale Höhe erreicht, bevor ein heißer Sommer wiedersinkende Wasserstände verursacht

Reparatur des Dammbruchs

13. Februar 2021

Winterstimmung am Wieblinger Altneckar

28. Januar 2021

tolles Statement für das Naturparadies am Wieblinger Altneckar

https://www.heidelberg.de/hd/HD/Rathaus/100+videos+zum+auftakt+kunst_.html

Dort sind in alphabetischer Reihenfolge nach Nachname bzw. Künstlername sortiert Beiträge zu finden (auch direkt auf dem YouTube-Kanal „Auftakt Kunst!“ )

Schaut Euch mal den Beitrag von Matthias Horn an!!

Portrait eines Kormoran (Foto: M.Muschiol)

26. Januar 2021

Flachwasserzone am Ortseingang von Wieblingen –

Seit vielen Jahren wird an der Sicherung des Wieblinger Wehrs  gebaut. Für das Naturschutzgebiet „Altneckar Heidelberg-Wieblingen“, das direkt unterhalb der Wehranlage beginnt, und seine Lebewesen bedeutet dies eine erhebliche Belastung, die nach dem Naturschutzgesetz ausgeglichen werden muss. Nun wird in Wieblingen, unterhalb der Bushaltestelle „Lerchenbuckel“ eine Flachwasserzone gebaut– als Ausgleich für die Belastung der Natur am Wehr. “ Sie schafft Lebensraum u.a. für Jungfische und wirbellose Kleintiere, die am heutigen Neckar weitgehend fehlen, und liefert damit einen wichtigen Beitrag zur Wiederherstellung und zum Erhalt einer Auen-Landschaft.  

Die Naturschützer*innen der Region hoffen, dass diese Flachwasserzone einen Beitrag zur Erhöhung der Artenvielfalt in Heidelberg leisten kann und den ökologisch so wichtigen Wieblinger Altneckar weiter aufwertet – und dass diese Naturschutzmaßnahme nicht durch verkehrliche Maßnahmen der nächsten Jahre, wie sie von Universität und Stadt im Masterplanverfahren angestrebt werden, zunichte gemacht wird.

so sieht die Baustelle der zukünftige Flachwasserzone am 26.1. aus (Foto:RBuyer)

17. Januar 2021

Gänsesäger gehören zur Familie der Entenvögel und sind die größten Enten, die im Wieblinger Altneckar zu beobachten sind. Sie kommen als Wintergäste hierher. Ihre Brutreviere liegen in Skandinavien.  

Gänsesäger am Wieblinger Altneckar

Ihren Namen verdanken die Säger ihrem besonderen Schnabel, der mit Sägezähnen versehen ist und vorn einen spitzen Haken hat. Mit ihm können sie ihre Nahrung, die vor allem aus Fischen besteht, gut festhalten.

27. Dezember 2020

Biberspuren am Wieblinger Altneckar

Die Schneidezähne des Bibers hinterlassen eindeutige Nagespuren an Bäumen. Die Späne am Boden zeugen ebenfalls von seinen  – meist nächtlichen– Aktivitäten. Außerdem kann man am Altneckar mehrere „Biberrutschen“ sehen:  Da Biber immer an der gleichen Stelle ins Wasser rutschen, wenn sie sich z.B. Zweige holen oder an Bäumen nagen, entsteht an diesen Stellen eine Biberrutsche.

17. Dezember 2020

Mancher Besucher der Wieblinger Neckarwiese wundert sich wohl über die merkwürdigen Reisigbündel am Ufer des Wieblinger Altneckars. Es sind sog. Faschinen, die im Wasserbau seit Jahrhunderten zur biologischen Hang- und Ufersicherung verwendet werden.

Foto: U. Kaboth

Im Landschaftsschutzgebiet am Wieblinger Altneckar dienen sie dem Schutz der Aue und ihrer z.T. stark bedrohten Tier- und Pflanzenwelt vor ungebetenen Besuchern, die den Neckar entern und die gegenüberliegenden, streng geschützten Inseln zertrampeln. Aber auch die Faschinen sind Lebensraum für Kleintiere wie z.B. Igel, die in ihnen den Winter verbringen.

15. Dezember 2020

Nun sind auch jene Wintergäste am Wieblinger Altneckar angekommen, die normalerweise etwas später ankommen: seit letzter Woche kann die Schellente hier beobachtet werden Sie  fliegt im Winter von der Taiga an den offenen Neckar, Hier kann sie auch im Winter nach Nahrung tauchen.  

Schellente, Männchen Foto: Ursel Kaboth

Die Kurzhalsigkeit und der relativ große Kopf geben der Art ein gedrungenes Erscheinungsbild. Sie fühlt sich an stehenden Gewässern oder am langsam fließenden Neckar sehr wohl.

29. November 2020

In der Woche vor dem 1. Advent kamen – später als in den vergangenen Jahren – Wintergäste ins Naturschutzgebiet Altneckar-Heidelberg-Wieblingen: Reiherente, Tafelenten, Schnatterente

 

21. November 2020

Abendstimmung am Wieblinger Altneckar Foto:U.Flügge

21. Oktober 2020

Fische im Alten Neckar zu beobachten, ist nicht ganz einfach, es sei denn: man schafft es, einem Graureiher bei der Mahlzeit zuzusehen – hier verspeist er eine Rotfeder.  Guten Appetit!

ein Blick vom Wehrsteg Foto: RBuyer

5. Oktober 2020

Auch die selten gewordenen Zwergtaucher können derzeit wieder am Altneckar beobachtet werden. In kleinen Grüppchen schwimmen die kleinesten Taucher (ca. 25cm lang) auf dem Neckar.  

Zwergtaucher (im Schlichtkleid) am Wieblinger Altneckar, Foto:RBuyer

3. Oktober 2020

Schnatterenten, links: Männchen, rechts: Weibchen, Foto:RBuyer

Mit den Schnatterenten sind die ersten Durchzügler am Alten Neckar angekommen. Ihr Winterquartier liegt im Mittelmeerraum und in Nordafrika.

Die Erpel ist grau gefärbt mit schwarzem Hinterteil, die Weibchen der Schnatterenten ähneln denen der Stockente. Sie sind insgesamt jedoch etwas graziler. Sicheres Unterscheidungsmerkmal ist der orangegelbe Schnabel des Schnatterentenweibchens.

3. Oktober 2020

Den Fischadlern scheint es am Wieblinger Altneckar zu gefallen, seit über einem Monat können Fischadler auf dem Durhzug nach Süden immer wieder beobachtet werden. Im August war es ein Fischadlerpaar, im September einzelne Jungvögel. Die Aufnahme eines wahrsheinlich ein Jahr alten Adlers entstand , als er hoch oben auf einem der unbelaubten Bäume sitzt (ca. zwischen Hermann-Treiber-Straße und Richard-Kuhn-Straße, auf der anderen Seite des Altneckars). Hin und wieder verließ er seine Sitzwarte, um in den Neckar tauchen und Beute zu machen. Meist kehrte er jedoch ohne Beute wieder an den gleichen Baum zurück.   

Fischadler am Wieblinger Neckar, Foto: © Michael Ziara

Seit dem 2. September 2020 konnte er beobachtet werden: ein junger Fischadler. Er ist der größte Vogel, der auf seiner Reise nach Süden am Alten Neckar in Wieblingen Pause macht, um sich zu stärken.

Der Fischadler ist deutlich größer als ein Milan oder ein Bussard. Er hat einen dunklen Rücken und dunkle Flügeloberseiten. Seine Unterseite ist leuchtend weiß. Sein weißer Kopf zeigt einen breiten, scharf abgesetzten, dunkelbraunen Augenstreif, der sich von der Schnabelbasis bis zum Nacken zieht.

1. September 2020

Topinambur am Wieblinger Altneckar, Foto: Regine Buyer

Für Meteorologen beginnt heute (01.09.2020) der Herbst  – und am Neckarufer blühen wieder sie Blühen wieder:

Topinambur, diese „kleine Sonnenblumen“, die ursprünglich aus Nord- und Mittelamerika stammen, wo sie von Indianern gezüchtet wurden. Im 17.Jahrhundert wurden sie als Indianerkartoffeln nach Europa eingeführt.

Sie bilden essbare Sprossknollen, aus denen leckere Speisen zubereitet oder Schnaps gebrannt werden kann. Aber Wildschweine lieben die Topinamburknollen.

19. Juli 2020

Die Pflanzen mit den wohl größten Blättern am Neckarufer ist die Große Klette. Sie wird bis zu 1,80cm hoch. Am Rand ihrer roten bis violetten Blütenköpfchen befinden sich Hüllblätter mit kleinen Widerhaken. Sie sind dafür verantwortlich, dass die Früchte der Klette z.B. beim Spaziergang in den Kleider hängen bleiben und sich nur schlecht wieder entfernen lassen. Nach diesem Prinzip wurde Mitte des letzten Jahrhunderts von dem Schweizer Ingenieur Georges de Mestral der Klettverschluss entwickelt.

große Klette, Foto: Ursel Kaboth

In früheren Zeiten wurde die Klette in der Küche, zur Herstellung alkoholischer Getränke und als Arzneipflanze verwendet. Ein Ölauszug aus der Klettenwurzel soll gegen Haarausfall wirken. Die Klettenwurzel hilft aber auch gegen Hauterkrankungen und wirkt blutreinigend. Die Klette enthält Fructan, das antioxidative Wirkungen hat und bei der Herstellung z.B. von Pharmazeutika oder Nahrungsmitteln in Zukunft eine Rolle spielen könnte.

19. Juni 2020

Der Wieblinger Altneckar mit seinen Inseln ist ein Schutzgebiet von europäischem Rang. Doch durch steigende Besucherzahlen nehmen der Freizeitdruck und die Bedrohung dieser im weiten Umkreis einmaligen Flusslandschaft immer mehr zu. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, haben die BUND-Ortsgruppe und Nidal Saghir vom Ehrenamtlichen Naturschutzdienst die Aktion „WirBrauchenDeinenSchutz“ gestartet.

Schutz braucht z.B. auch die Eisvogelbrut direkt an einem Steilufer am Wieblinger Altneckar. Die fütternden Altvögel dürfen beim Anflug an die Brutröhre nicht gestört werden – aber aus der Distanz können sie gut beobachtet werden.

Wir danken dem Umweltamt, das diesen Bereich für Spaziergänger abgesperrt hat.

17. Juni 2020

Derzeit kann man Eisvögel sehr oft bei ihrem schnellen und gradlinigen Flug direkt über der Wasserfläche des Alten Neckars beobachten. Wenn sie, wie im Moment, ihre Brut versorgen, gönnen sich die schillernd blauen Vögel nur selten eine Ruhepause.   

Eisvogel am Ufer des Wieblinger Altneckars

Von dem hier abgebildeten Vogel konnte ich heute Morgen ein Foto machen, als er einen kleinen Fisch, den er kurz zuvor gefangen, hatte in die richtige Position ( d.h. mit dem Kopf nach vorne) brachte, um ihn einem Jungvogel in den Schnabel zu stecken.

29. Mai 2020

Nun sind auch wieder die gebänderten Prachtlibellen am Neckarufer unterwegs. Sie bevorzugen besonnte Uferbereiche  und nutzen breitblättrigen Gräser oder- wie hier Brennnesselblätter am Ufer des Wieblinger Altneckars als Sitzwarten und Ruhestätten.

gebänderte Prachtlibelle, Männchen

Mit dem wissenschaftlichen Namen heißen die gebänderten Prachtlibellen Calopteryx splendens, was  so viel bedeutet wie „Glänzender Schönflügel“.

 

19. Mai 2020

In diesen Tagen lassen  –  auch am Ufer des Wieblinger Altneckars  –  viele Jungvögel ihre Bettelrufe hören und schauen aus ihren Nestern – wie diese drei kleinen Störche in Wieblingen–Süd in der Nähe des Altneckars. Im niederen Wasser des Flusses kann man oft beobachten, wie sich ein erwachsener Storch mit langsamen Schritten an seine  Beute, z.B. an Fische, heranschleicht und dann blitzschnell mit dem Schnabel zustößt, und anschließend die Beute zum Nest bringt.

Storch (2)
Storchenfamilie in Wieblingen-Süd                                                                                 Foto: U.Kaboth

 

05. Mai 2020

Inzwischen sind die „Sommerbewohner“ des Wieblinger Altneckars alle wieder aus ihren Winterquartieren zurückgekommen und können vom Ufer aus beobachtet werden:

z.B. die Flussuferläufer, die Kleintiere aus dem flachen Wasser picken und dabei mit dem Hinterkörper auf- und abwippen. (Fotos in den Beobachtungen 2019) –

z.B. auch Mauersegler, die ähnlich wie die Schwalben in der Luft nach Insekten jagen, häufig in der Nähe oder direkt über von Gewässern

 

29. April 2020

Dieser Tage begannen Reparaturarbeiten unterhalb des Wieblinger Wehrstegs.

Ursache: Wenn die Wehrverschlüsse geöffnet werden und Wasser in den Altneckar abgeleitet wird, schießt das abzuführende Wasser mit sehr hoher Energie unter diesen Wehrverschlüssen hindurch. Dies hatte zur Folge, dass sich im Unterwasser der Wehranlage  in den letzten Jahren erhebliche Vertiefungen (bis ca. 10m) in der Flusssohle, sogenannte Kolke, gebildet haben.

Zur Stabilisierung der Wehranlage wird nun der Kolk mit Steinen verfüllt und im Anschlussbereich zum Wehr mit Unterwasserbeton vergossen. Zusätzlich erfolgt ein Einbau von weiteren Spundwänden. Diese Sicherungsmaßnahme sollen bis 2021 umgesetzt werden..

29. April 2020

………. und trotzdem können Gebirgsstelzen wieder rund um den Wehrsteg beobachtet werden. Sie unterscheiden sich von Bachstelzen durch ihre graue Oberseite und den gelben Bauch.

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25. April 2020

Heute am 25. April 2020 ist der Tag des Baumes. Anlass genug, darauf hinzuweisen, dass der Schutz von Bäumen für einen wirksamen Klimaschutz unerlässlich ist.

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Ein 20 Meter hoher Laubbaum z.B. bindet an einem einzigen Sommertag fast ca. 10 000 Liter Kohlendioxid – fast so viel, wie ein Auto bei einer Fahrt von 100 km ausstößt, er produziert ca. 10 000 Liter Sauerstoff, befeuchtet unsere Atemluft und bindet Unmengen von Feinstaub, ist Lärmschutz, spendet Schatten und sorgt so für unser Wohlbefinden.

Angesichts der Klimakrise sind die Bäume und Sträucher der Auen besonders wichtig. Sie halten Wasser lange in der Landschaft zurück. Sie verhindern in den leider immer häufiger werdenden niederschlagsarmen Zeiten das Austrocknen ganzer Landstriche. Auch filtern und reinigen sie Wasser und sichern so unsere Trinkwasserversorgung. Naturnahe Auen sind wertvolle Ökosysteme, Lebensraum für viele z.T. seltene Tier- und Pflanzenarten. Auen – wie der Wieblinger Altneckar, seine Ufer und die umgebende Landschaft –  übernehmen viele bedeutende Aufgaben für die Gesellschaft. Ihr Erhalt sichert unsere Zukunft.

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Mit diesem von S. und M. Bechtel entworfenen Plakat setzten sich Wieblinger Natur-schützer gestern (24.4.2020)   beim globalen online-Klimastreik,  der von „Fridays for future“ organisiert wurde, für den konkreten Klimaschutz vor unserer Haustür ein.  (Foto: E. Becke).

 

 

18. April 2020

Die ersten Nachtigallen sind aus ihrem Winterquartier (Afrika) zurück.  Gegen 19 Uhr waren die ersten Nachtigallen ( mindestens 4 ) am Wieblinger Altneckar zu hören.

In der Dämmerung und nachts erfreuen sie uns mit ihrem Gesang. Die Männchen werben mit ihren wehmütig klingenden Melodien um ein Weibchen. Ihre Stimme ist weithin zu hören, obwohl man den rotbraunen Vogel, der kaum größer ist als ein Haussperling, kaum zu Gesicht bekommt.

14. April 2020

Die Mehlschwalben sind aus ihrem Winterquartier (südliche Sahara) an den Neckar zurückgekommen. Sie sind brutplatztreu und kehren meist zu ihrem alten Nest zurück.

 

13. April 2020

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Der Höckerschwan ist der größte Wasservogel in Mitteleuropas und gehört zu den schwersten flugfähigen Vögeln weltweit.

Höckerschwan-Paare ind sich ein Leben lang treu. Sie erreichen oft ein Alter von 16 bis zu 20 Jahren.

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Schwäne suchen ihre Nahrung am Grund des Neckars. Dazu stecken sie ihren Hals bis zu einen Meter tief ins Wasser, um sich Wasserpflanzen zu holen, die sie dann samt den daran befindlichen Kleintieren wie Muscheln und Schnecken  verzehren. Sie „gründeln“.

 

 

 

 

 

 

1. April 2020

früher als in der vergangenen Jahren ist der Kuckuck aus seinem Winterquartier zurück. Heute war der erste Kuckucksruf des Jahres wieder am Altneckar zu hören.

kuckuck (2)Der etwa taubengroße, unauffällig braungraue Vogel ist gut getarnt und nur selten zu sehen.  (Zeichnung E. Stegemeyer, 1962).

Das Weibchen legt seine Eier in die Nester anderer Singvögel und betreibt selbst keine Brutpflege.

Deutschlandweit gingen die Kuckuckbestände in den letzten Jahren deutlich zurück. Eine Ursache dafür ist der Mangel an Wirtsvögeln und der Mangel an Insekten, der Nahrung des Kuckucks.

Doch am Wieblinger Altneckar gibt es noch Wirtsvögel. Hier werden die Kuckuckseier meist von den kleinen Teichrohrsängern ausgebrütet, die ihre Nester an den Schilfhalmen – meist direkt über dem Wasser – befestigen.

 

15. März 2020

Graureiher, Eisvögel und Kormorane gehören – ganzjährig – zum alltäglichen Bild am Alten Neckar in Wieblingen.

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Kormorane sind tagaktiv und gehen nur zur Nahrungssuche ins Wasser. Wie dieser Kormoran am Kraftwerkskanal am Neckarhamm ruhen Kormorane im Gegensatz zu vielen Enten und Gänsen nicht auf dem Wasser, sondern an Land, auf Ästen oder Steinen. Dort sitzen oft mit gespreizten Flügeln. Dies hat den Zweck, die nassen Gefiederteile trocknen zu lassen.

Im Wasser bewegen sich Kormorane sehr gewandt, wobei die kräftigen Füße als Antrieb genutzt werden. Ihre Tauchgänge dauern für gewöhnlich 20 bis 40 Sekunden. Sie fressen fast ausschließlich Fische.

8. März 2020

Hohe Wasserstände im Alten Neckar in Wieblingen

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Im Frühjahr 2020 ist der Wasserstand im Alten Neckar über mehrere Wochen ungewöhnlich hoch . Nach den Niederschlägen in den vergangenen Tagen stieg er wieder deutlich an.

5. Januar 2020:

Die Wintergäste auf dem Alten Neckar in Wieblingen wünschen allen Besuchern dieser Seite ein gutes Jahr 2020.

Sie wünschen sich, dass sie auch in den Wintern der kommenden Jahre nach ihrer langen Reise aus Nordeuropa auf der großen freien Wasserfläche des Altneckars  „landen“ und hier auf der offenen Wasserfläche den Winter verbringen können. Sie hoffen, dass ihre „Landebahn“ nicht von einer Brücke quer durchs Naturschutzgebiet gesperrt wird.

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Tafelenten und Reiherente, typische Wintergäste auf dem Wieblinger Altneckar

 

 

seit Mitte November 2019 sind die ersten Wintergäste am Unteren Neckar angekommen

Am Alteneckar Heidelberg-Wieblingen sind derzeit Tafelenten, Reiherenten und Gänsensäger zu beobachten. Ihre Brutgebiete befinden sich in Nordeuropa, im Winter ziehen sie zu eisfreien und fischreichen Gewässern in Mitteleuropa – u.a. an den Unteren Neckar .

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im Foto: ein Gänsesäger-Weibchen (RB)

 

 

23. Oktober:

Rückschnitte auf der Schwemminsel im Heidelberger Altneckar

In diesen Wochen werden wieder massive Rückschnittarbeiten im Naturschutz-gebiet auf den Schwemminseln im Altneckar unterhalb des Wieblinger Wehrs durchgeführt.

Solche Maßnahmen werden in regelmäßigen Abständen – alle drei bzw. fünf Jahre – abschnittweise, zeitlich versetzt durchgeführt. Grund dafür ist die Befürchtung, dass eine üppige Vegetation den Abfluss eines Hochwassers in ganz Heidelberg verlangsamen könnte. Die Arbeiten folgen einem Pflegeplan des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Neckar von 1991. Das Aktionsbündnis „Unterer Neckar“ fordert seit seiner Gründung 2015, dass ein neuer Pflegeplan erstellt wird, der die positive Entwicklung des Naturschutzgebietes in den letzten Jahren berücksichtigt.  Viele z.T. seltene Tierarten haben sich inzwischen dort angesiedelt.

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Derzeit sind Gutachten zum Hochwasserschutz in Arbeit sind, die Grundlage für einen neuen Pflegeplan sein werden. Immerhin gelang es vor einigen Jahren, das Gebiet um den Biberbau vor diesen Eingriffen zu schützen.

20. Oktober:

Flussuferläufer – ein streng geschützter Gast am Unteren Neckar

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Flussuferläufer am Wieblinger Wehr,            Foto: St. Heinze

Der Flussuferläufer (Actitis hypoleucos) ist in  Mitteleuropa recht selten geworden. Er steht auf der „Roten Liste der vom Aussterben bedroh-ten Arten in Baden-Württemberg“ (2013). Er ist gefährdet, weil sein Lebensraum durch Fluss-regulierung und  energie-wirtschaftliche Nutzung mit Überstauungen verloren ging. Auch durch Wassersport und Angler werden Flussuferläufer aus ihrem Lebensraum vertrieben.

Der Flussuferläufer ist ein Langstreckenzieher, der sich im Frühjahr und Sommer in unseren Breiten aufhält. Er kann fliegen, schwimmen und tauchen. Am Unteren Neckar kann meist nur ein einzelner Vogel beobachtet werden, Wenn er kleine Krebse, Weichtiere und Insektenlarven o.ä. mit dem Schnabel aus dem flachen Wasser pickt, wippt knickst er ständig mit dem Hinterkörper auf und ab. Dabei kann er am Alten Neckar bis in den November beobachtet werden. Ob er hier auch brütet, ist ungewiss.

16. September:

Dem Neckar und seiner Tierwelt ist es zu warm

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Der Altneckar leidet unter Wassermangel und Hitze. Im Sommer haben sich infolge der Klimaerwärmung und eines hohen Phosphatgehaltes des Wassers Algenteppiche gebildet.

Betrug die sommerliche des Wasser-temperatur vor 50 Jahren noch maximal 22oC, steigt sie heute im Sommer auf bis zu  27oC. Durch die Stauhaltungen zwischen den Schleusen ist der Neckar heute weitgehend zum großen See geworden, ein Umstand, der die Erwärmung des Wassers zusätzlich begünstigt und die Lebensbedingungen der meisten Wassertiere verschlechtert.

Die Anzahl der kälteliebenden Fische wie z.B. Bachforelle, Äsche oder Barbe ging in den letzten Jahren deutlich zurück und erste Ideen zur Sanierung des Neckars werden diskutiert (http://www.naturelife-international.org/blog/der-neckar-ist-zu-warm-%E2%80%93-naturelife-fordert-sanierungsma%C3%9Fnahmen-zum-klimaschutz).

 

 

 

 

 

 

 

28. Juli: Der Blutweiderich blüht

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Der Blutweiderich bildet bis zu 2m hohe Stauden und fällt durch seine kräftig purpurrot bis rotvioletten Blütenähren auf. Er wächst an feuchten Standorten, z.B. am Neckarufer.

Die roten Blüten des Blutweiderichs sind sehr nektareich und werden gerne von Bienen, Schmetterlingen und anderen Insekten als Nahrungsquelle aufgesucht.

Aufgrund seines hohen Gerbstoffgehalts wurde Blutweiderich früher zum Gerben von Leder verwendet. Auch Holz und Seile wurden mit seinem Saft imprägniert, denn er enthält Substanzen, die u.a. Bakterien abtöten und dadurch Fäulnis im Wasser verhindern. Deshalb wurde der Blutweiderich bereits im Altertum als Heilpflanze benutzt. Nach Plinius wurde der Blutweiderich gegen Ekzeme eingesetzt. Auch zu Blutstillung und bei Durchfall wurden Blüten und Wurzelextrakte eingesetzt.

P.S.: Der Name „Weiderich” leitet sich von der an Weiden erinnernde Form der Laubblätter ab, „Blut-” bezieht sich auf die Farbe der Blüten.

 

 

 

 

 

 

2.Juni 2019: Es ist Sommer –

die ersten Libellen fliegen majestetisch über den Alten Neckar

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gebänderte Prachtlibelle.

Ihr flatternder, mehr an Schmetterlinge als an Libellen erinnernder Flugstil ist unverkennbar für diese Art, ebenso die blauen, teilweise schwarzblau gefärbten  Flügel.

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 blaugrüne Mosaikjunger

Sie hat gerade ihre Puppenhülle verlassen und ist deshalb noch nicht voll ausgefärbt. (Fotos:Buyer)

Viele Libellenarten haben sich auf einen bestimmten Gewässertyp spezialisiert. Doch die Neckar-Libellenarten sind bedroht.

Eine Untersuchung des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums fand 2012 heraus, dass Libellenarten, deren Larven in Bächen und Flüssen leben, mit dem Klimawandel schlechter zurechtkommen als ihre in Tümpeln und Teichen lebenden Artgenossen. Stillgewässer-Libellenarten sind an ihren Lebensraum, der instabil ist und austrocknet, angepasst und können — im Gegensatz zu Fließwasser-Arten — in klimatisch geeignetere Lebensräume ausweichen. (http://www.bik-f.de/root/index.php?page_id=32&ID=619).

Auch Nutrias können am Alten Neckar beobachtet werden

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Diese Tiere stammen ursprünglich aus Südamerika und wurden ab dem 18. Jahrhundert als Pelzlieferant nach Europa eingeführt.  Ein Nutria kann von einem Biber am einfachsten durch seinen langen runden Schwanz unterschieden werden. Ein Biber besitzt einen abgeplatteten, mit lederartiger Haut bedeckten und unbehaarten Schwanz (Kelle).

Außerdem hat ein Nutria kleine runde Ohren und eine breitere Nasenpartie  mit großen Nasenlöchern und langen leuchtend weißen Schnurrhaaren.

 

Ein ungewöhnliches Paar  (07.04.2019)

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Seit einige Tage kann am Alten Neckar ein Gänsepaar beobachtet werden, bei dem ein Partner (möglicherweise das Männchen) eine Kanadagans ist, der andere Partner eine Weißwangengans (auch als Nonnengans bezeichnet).

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Weißwangengans

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Kanadagans

Da solche Paarungen — wie in der Literatur zu lesen — erfolgreich sein können, können wir gespannt sein, ob wir in einigen Monaten eine „gemischte“ Familie beobachten können.

Es ist Frühling (23.03.2019)

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Viele Obstbäume und Sträucher stehen in voller Blüte.IMG_4830

 

 

 

 

 

 
blühender Weißdorn am Altneckar

 

Die Wintergäste haben Wieblingen inzwischen verlassen. Doch die  ersten Zugvögel sind zurück aus ihrem Winterquartier.Zilp-Zalp

Heute ( 23.03.19) war der Zilpzalp deutlich am Alten Neckar zu hören. Er ruft seinen unermüdlich seinen Namen und ist an seinem Ruf leicht zu erkennen. Zu Gesicht bekommt diesen blaumeisengroßen Vogel eher selten und, da er meist von einem Ast zum anderen hüpft, konnte ich ihn auch nicht fotografieren (Zeichnung E. Stegemeyer, 1962)

 

 

 

 

 

 

 

 

Seit Mitte Dezember 2018 können auf dem Wieblinger Altneckar  Gänsesäger beobachtet werden – typische Wintergäste.

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Heute (16.02.2019) zeigten sich 4 Paare unterhalb der Haltestelle Hermann-Treiber-Straße. Ein Paar dieses großen Entenvogels ist auf dem Foto zu sehen.

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Am 19.01.2019 konnte ein Pärchen der seltenen Zwergtaucher mal wieder am Wieblinger Altneckar (Höhe Kerweplatz) beobachtet  werden.

 

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Nachdem das Hochwasser des Alten Neckars (Höchststand am 14.01.2019) allmählich wieder zurückgeht, wird die Menge des Plastikmülls, der sich in den Gehölz am Ufer des Flusses verfangen hat, sichtbar (fotografiert am 19.01.2019)

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Wintergäste im Altneckar Heidelberg-Wieblingen (Tafelenten und Reiherenten, Foto: RB)

  • erste Wintergäste  gesichtet (18.11.2018)

     

Tafelenten sind angekommen

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Tafelente, Männchen (Foto: RB)

Der Erpel hat einen braunen – rotbraunen Kopf und Hals, sein Körper und seine Flügel schimmern grau. Das Weibchen ist unscheinbar braun gefärbt mit hellbraunen Partien.

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Tafelente, Weibchen (Foto:RB)

Die Tafelenten gehören zu den Tauchenten; sie ernähren sich von Wasserpflanzen und Kleintieren im Wasser.

  • Flussuferläufer   –  ein regelmäßiger, aber seltener Gast im NSG Altneckar Heidelberg-Wieblingen

IMG_4082 (3)Der Flussuferläufer gehört zu den Schnepfenvögeln. Er ist ein Langstrecken-zieher, der sich von April bis Oktober in unseren Breiten aufhält.

Meist kann ein einzelner Vogel  beobachet werden, wenn er kleine Krebse, Weichtiere und Insektenlarven o.ä. mit dem Schnabel aus dem flachen Wasser pickt, z.B. von den Betonplatten unterhalb des Wieblinger Wehrs.                      (Foto: Buyer, 23.09.2018)

In Mitteleuropa und im Südwesten Europas ist der Flussuferläufer recht selten geworden, er steht auf der „Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten in Baden-Württemberg“ (2013). Zu den wesentlichen Gefährdungsursachen des Flussuferläufers zählen die Zerstörung seines Lebensraumes durch Flussregulierung und Kanalisierung oder eine energiewirtschaftliche Nutzung mit Überstauungen. Er verliert dadurch seine Brutplätze auf den Kiesbänken. Auch durch Wassersport und Angler werden Flussuferläufer aus ihrem Lebensraum vertrieben.

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  • Sanderling – ein seltener Gast am Alten Neckar

Am Wochenende konnte Klaus Hofmann in der Nähe des Wehrstegs einen Sanderling fotografieren.  Drei Tage lang hatte er den seltenen Gast bei der Nahrungssuche beobachtet – und gefilmt: www.youtube.com/watch?v=rVvxeSs0MyQ (10.09.2018)

 

  • Der Biber ist ein gern gesehener Bewohner des Alten Neckars, der sich allerdings selten sehen lässt (27.08.2018).

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Mitte des 20. Jahrhunderts waren die Biber in Baden-Württemberg ausgerottet, weil sie wegen ihres hochwertigen Fells gejagt wurden. Seit ca. 2010 leben die größten Nagetiere Europas wieder am und im Neckar. Ihre Rückkehr ist für den Naturschutz ein großer Erfolg.             Mehr Informationen über den Biber und seine Lebensweise finden Sie auf der Informationstafel gegenüber der Bushaltestelle „Neckarspitze“ an der Mennheimer Straße.

  • Auch die Aue am Unteren Neckar leidet unter der derzeitigen Hitze und Trockenheit.

In den letzten Wochen sank der Wasserspiegel des Alten Neckars , die typischen Auengehölze am Ufer wurden nicht mehr ausreichend mit Wasser versorgt. Dürre Blätter, die bei Berührung zu Boden fallen, sind Folge.

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In den Flachwassserbereichen steht das Wasser. Algenteppiche bedecken die Wasseroberfläche und den dort lebenden Fischen fehlt der Sauerstoff – so wie dem fast 2 m großen Wels, der auf der Beton-platte vor dem Wehrsteg gestrandet ist (05.08.2018).

  • Gelbe Teichrosen

Nun blühen sie wieder:  die gelben Teichrosen, die auch als „Große Mummel“          bezeichnet werden.
Anglerzeitun_10004 (2)Der überwiegende Teil der Pflanze liegt unter Wasser. Ihre großen Blätter schwimmen auf der Wasseroberfläche. Auf ihnen landen Insekten und manchmal auch Frösche oder kleine Wasservögel.  Ihre gelben Blüten erinnern ein wenig an übergroße Dotterblumen. Sie blühen den ganzen Sommer über (von Juni bis September).

Wie alle Seerosengewächse ist die gelbe Teichrose sie in Deutschland geschützt. (23.6.2018)

  • Brutzeit für die Vögel am Altneckar (06.06.2018)

    Mai bis August ist für die meisten Vögel im Gebiet des Altneckars die Zeit der   Brutpflege.                                                                                                                   Eisvögel z.B. kann man derzeit beobachten, wie sie Fische zu ihren Jungen bringen. Dabei liegt der Fisch mit dem Kopf voraus im Schnabel.Wenn der Kopf im Schnabel vorne liegt, liegt er genau richtig, um vom  Jungvogel verschluckt zu werden. Denn Fische werden von Vögeln stets mit dem Kopf voraus verschluckt, weil so die nach hinten gestellte Schuppen beim Schlucken nicht stören.

  • Seit Anfang Mai ist der Ruf des Kuckucks am Alten Neckar zu hören. (06.05.2018)

    Da der Kuckuck ein relativ unauffällig graues oder braungrauer Gefieder hat, ist er nur selten zu sehen.  Das Weibchen legt seine Eier in die Nester anderer Singvögel und betreibt selbst keine Brutpflege. Am Alten Neckar werden die Kuckuckseier meist von den kleinen Teichrohrsängern ausgebrütet, die ihre Nester an Schilfhalmen – meist direkt über dem Wasser – befestigen.

  • Teichrohrsänger sind im Schilf zu hören (27.4.2018)

  • Die ersten Nachtigallen sind da! (19.4.2018)

  • derzeit (01.05.2018) können am Neckar und Neckarufer beobachtet werden

kursiv: Neozoen

  • Weißstörche ( u.a. auch im Nest)
  • Graureiher
  • Silberreiher
  • Kormoran
  • Stockenten
  • Mittelmeermöwen
  • Lachmöwen
  • Höckerschwan
  • ein Trauerschwan
  • Kanadagänse
  • Nilgänse
  • Halsbandsittiche
  • Mönchsgrasmücken (seit Anfang April)
  • Dohlen
  • Rabenkrähen
  • Elstern
  • Mäusebussard
  • Turmfalke
  • Nachtigallen
  • Kohlmeisen
  • Blaumeisen
  • Haussperling
  • Rotkehlchen
  • Stare
  • Amseln
  • Ringeltauben
  • Zilpzalp
  • Haussperling
  • Buchfink
  • Kuckuck
  • Teichrohrsänger
  • Flussuferläufer
  • Gebirgsstelzen
  • Mauersegler
  • u.a.

Exkursion am 13. Nobember 2021

 

 

Aktionsbündnis will Biotope erhalten Exkursion

Exkursion führte zum Neckardamm, wo großflächige Rodungen geplant sind – Fünfte Querung nicht mit EU-Recht vereinbar

Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung (rnz.de) vom 25.10.19, von Sabine Hebbelmann

Bild zum RNZ-Artikel (2)

 

Von den Auenlandschaften am Unteren Neckar zwischen Heidelberg und Mannheim sind nur noch Reste erhalten geblieben. Die dortigen Lebensräume für Tiere will das Aktionsbündnis schützen.

Foto:Hebbelmann

 

Heidelberg/Mannheim. Auf die in Resten erhaltene Auenlandschaft zwischen Heidelberg und Mannheim aufmerksam zu machen und sie zu schützen – das ist das Ziel des „Aktionsbündnis Unterer Neckar“, das jetzt zu einer Exkursion in das Natur- und Landschaftsschutzgebiet eingeladen hatte. Wie Sprecherin Regine Buyer am Wieblinger Wehrsteg erläuterte, blieb dank des Seitenkanals ein Teil des Unteren
Neckars von Uferbefestigung und Schifffahrt verschont.

 

Es gehe um den Erhalt des Lebensraums für Biber, streng geschützte Fledermäuse, Vogelarten wie den Eisvogel und über 40 teils seltene Fischarten, aber auch darum, „in welcher Natur und Umgebung wir leben wollen“. Karl-Friedrich Raqué, Biologe und ehrenamtlicher Naturschutzwart, betonte die Bedeutung der natürlichen Flussdynamik, die hier noch zu beobachten sei und die eine große Strukturvielfalt hervorbringe.

Unter europäischem Flora-Fauna-Habitat-Schutz stünden sechs Fischarten und die sieben Fledermausarten. Mehr als hundert Vogelarten diene das Gebiet als Brut- und Überwinterungsgebiet. Vom Steg aus war – neben Graureihern und zahlreichen Kormoranen – auch ein Flussuferläufer zu beobachten. Auf die Frage nach mög-lichen Auswirkungen der umstrittenen fünften Neckarquerung antwortete er, diese würde ausgerechnet die breiteste Stelle der Aue, die als Flug- und Landebahn genutzt werde, durchschneiden und könne zu einer Verdrängung führen.
Für FFH-Gebiete gelte jedoch das Verschlechterungsverbot. Heißt: Baumaßnahmen seien nur in dringenden Fällen möglich, wenn es keine Alternative gibt, und auch dann sei mit langwierigen Rechtsverfahren mit einer Dauer von 15 bis 20 Jahren zu rechnen.

Beim Wörthfelder Weg in Seckenheim berichtete der Vorsitzende der Nabu-Gruppe Mannheim, Paul Hennze, über Schutzbemühungen im Teilgebiet Altneckarschleife/Neckarplatten. Als eine Kiesbank, die als Badestrand und zum Feiern diente, bei einem Hochwasserereignis weggespült wurde, verlagerten sich die Freizeitaktivitäten zum Ärger der Naturschützer in das geschützte Gebiet. Seine Idee könnte nun für Entspannung sorgen: Er hat beim Nachbarschaftsverband Heidelberg- Mannheim angeregt, eine neue Kiesbank für die Badegäste aufzu-schütten. Für dieses Projekt sucht er nun finanzielle Unterstützung.

Ebenfalls für die Nabu-Gruppe Mannheim berichtete Gunther Mair über eine vom Wasser- und Schifffahrtsamt Heidelberg geplante Rodung eines Abschnitts der Dämme des Neckarkanals. Von der Fußgängerbrücke bei der Neckarschleuse Feudenheim aus konnte man einen Teil des betroffenen Uferbereichs überblicken, der sich bis Ladenburg zieht. Nach Angaben Mairs sind rund zehn Hektar und 400 Großbäume betroffen. Die Größe dieses Eingriffs sei im Vergleich zu den geplanten Rodungsmaßnahmen am Rheindamm in der öffentlichen Wahrnehmung noch nicht angekommen. Außerdem handle es sich, anders als am Rhein, nicht um eine
Hochwasserschutzmaßnahme, vielmehr soll der Wasserweg erhalten werden. Der Damm stamme aus den 30er-Jahren, später wurden Spundwände eingezogen.
Nach dem überarbeiteten „Merkblatt zur Standsicherheit von Dämmen an Bundeswasserstraßen“ seien Großbäume und flächendeckendes Gebüsch nicht mehr zulässig. Dahinter steht die Befürchtung, dass entlang der Wurzeln von Bäumen oder Büschen Wasser durchsickern könnte oder dass von einem Sturm entwurzelte Bäume Lücken in den Damm reißen könnten. Außerdem müssen die Dämme regelmäßig auf Sickerstellen und Tierbauten abgesucht werden, da würde dichtes Gebüsch stören.

Demgegenüber machte Gunther Mair deutlich, dass die genannten Maßnahmen nur unterhalb der Sickerlinie nötig seien. Da das Wasser im Kanal stets den gleichen Wasserstand habe und das obere Drittel des Dammes trocken bleibe, sollten die Gehölze in diesem Bereich erhalten bleiben können. Entsprechend fordert er eine Einzelfallbetrachtung, die dies berücksichtige. Außerdem müssten die dennoch erforderlichen Rodungen durch Ersatzpflanzungen ausgeglichen werden.
Paul Hennze betonte die Bedeutung der uferbegleitenden, artenreichen Strukturen und des durchgehenden Biotopverbundes inmitten der dichten Bebauung. Davon hingen rund zwanzig Vogelarten ab. Zu den ansässigen Vögeln, die auf Gebüsch als Lebensraum angewiesen sind, zählte er auch die Nachtigall.